Anlage

Der geschichtliche Hintergrund

Aktenkundig ist, dass bereits im 15. Jahrhundert am Schollberg Pfade und Wege ­gebaut wurden. Für die Zähmung des Rheins und zum Schutze von Hof und Flur benötigte man seit jeher grosse Mengen an Gesteinsbrocken. Alte Bauwerke sind Zeugnis, dass mit Schollbergmaterial Gebäude erstellt wurden, die über Jahr­hunderte hinweg auch heute noch ihre Funktion erfüllen. Für das Gewerbe wurden Blöcke für die Herstellung von Sockeln, Grabsteinen, Hausteinen, Monumenten usw. gewonnen. Die heutige «Baustoffe Schollberg AG» besitzt seit 1934 die Abbaurechte. 1986 wurde mit dem Untertage-Abbau begonnen.

 

Der Untertage-Abbau

Nachdem an der Hochwand im Laufe der Jahrhunderte mehr als eine Million Kubikmeter Gestein über Tag abgetragen wurde, entschloss man sich um das Jahr 1980 die Gewinnung von Rohstoffen für die Bauindustrie «unter Tag» zu verlegen.

Die Gründe dafür waren primär umwelt- und gesellschaftsrelevante Aspekte wie:

  • Kein weiterer Abtrag des Schollbergs
  • Verminderung von Emissionen
  • Keine Waldrodungen mehr

Die Abbaukosten sind bei der bergmännischen Gewinnung unter Tag höher – die Sozialverträglichkeit aber grundsätzlich besser.

 

Abbau, Stabilität, Stollenklima

Vom Hauptstollen aus wird der Abbau in Nebenstollen vorangetrieben. Zwischen den Stollen bleiben Pfeiler im Ausmass von 20 mal 32 Meter bestehen. Das Gewölbe und die Seitenwände sind stabil und benötigen normalerweise keine zusätzlichen Befestigungsmassnahmen. Heikle Stellen im Gestein werden mit Spritzbeton gesichert oder umfahren. Vorgesehen ist ein Abbau in mehreren Etagen. Dafür ist eine Deckendicke von rund 20 Metern zwischen den Etagen geplant. Die Stabilität des Systems wird laufend überwacht. Durch die Einrichtung eines umfangreichen und sehr komplexen Lüftungssystems werden die Abbaufelder künstlich bewettert. Die Temperatur liegt ganzjährig im Bereich von 10 bis 13 Grad Celsius bei einer Luftfeuchtigkeit von 90 bis 95 Prozent.

 

Führungen

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